Anlage 1 MedFAngAusbV
(Fundstelle: BGBl. I 2006, 1100 - 1105) Lfd. Nr.Teil des AusbildungsberufsbildesZu vermittelnde Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten1231Der Ausbildungsbetrieb (§ 4 Nr. 1) 1.1Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht (§ 4 Nr. 1.1) 1.2Stellung des Ausbildungsbetriebes im Gesundheitswesen; Anforderungen an den Beruf (§ 4 Nr. 1.2) 1.3Organisation und Rechtsform des Ausbildungsbetriebes (§ 4 Nr. 1.3) 1.4Gesetzliche und vertragliche Bestimmungen der medizinischen Versorgung (§ 4 Nr. 1.4) 1.5Umweltschutz (§ 4 Nr. 1.5)Zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen, insbesondere 2Gesundheitsschutz und Hygiene (§ 4 Nr. 2) 2.1Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit (§ 4 Nr. 2.1) 2.2Maßnahmen der Arbeits- und Praxishygiene (§ 4 Nr. 2.2) 2.3Schutz vor Infektionskrankheiten (§ 4 Nr. 2.3) 3Kommunikation (§ 4 Nr. 3) 3.1Kommunikationsformen und -methoden (§ 4 Nr. 3.1) 3.2Verhalten in Konfliktsituationen (§ 4 Nr. 3.2) 4Patientenbetreuung und -beratung (§ 4 Nr. 4) 4.1Betreuen von Patienten und Patientinnen (§ 4 Nr. 4.1) 4.2Beraten von Patienten und Patientinnen (§ 4 Nr. 4.2) 5Betriebsorganisation und Qualitätsmanagement (§ 4 Nr. 5) 5.1Betriebs- und Arbeitsabläufe (§ 4 Nr. 5.1) 5.2Qualitätsmanagement (§ 4 Nr. 5.2) 5.3Zeitmanagement (§ 4 Nr. 5.3) 5.4Arbeiten im Team (§ 4 Nr. 5.4) 5.5Marketing (§ 4 Nr. 5.5) 6Verwaltung und Abrechnung (§ 4 Nr. 6) 6.1Verwaltungsarbeiten (§ 4 Nr. 6.1) 6.2Materialbeschaffung und -verwaltung (§ 4 Nr. 6.2) 6.3Abrechnungswesen (§ 4 Nr. 6.3) 7Information und Dokumentation (§ 4 Nr. 7) 7.1Informations- und Kommunikationssysteme (§ 4 Nr. 7.1) 7.2Dokumentation (§ 4 Nr. 7.2) 7.3Datenschutz und Datensicherheit (§ 4 Nr. 7.3) 8Durchführen von Maßnahmen bei Diagnostik und Therapie unter Anleitung und Aufsicht des Arztes oder der Ärztin (§ 4 Nr. 8) 8.1Assistenz bei ärztlicher Diagnostik (§ 4 Nr. 8.1) 8.2Assistenz bei ärztlicher Therapie (§ 4 Nr. 8.2) 8.3Umgang mit Arzneimitteln, Sera und Impfstoffen sowie Heil- und Hilfsmitteln (§ 4 Nr. 8.3) 9Grundlagen der Prävention und Rehabilitation (§ 4 Nr. 9) 10Handeln bei Not- und Zwischenfällen (§ 4 Nr. 10)
Bedeutung des Ausbildungsvertrages, insbesondere Abschluss, gegenseitige Rechte und Pflichten, Dauer und Beendigung erklären
Inhalte der Ausbildungsordnung und den betrieblichen Ausbildungsplan erläutern
die im Ausbildungsbetrieb geltenden Regelungen über Arbeitszeit, Vollmachten und Weisungsbefugnisse beachten
wesentliche Bestimmungen der für den Ausbildungsbetrieb geltenden Tarifverträge und arbeitsrechtlichen Vorschriften beschreiben
wesentliche Inhalte des Arbeitsvertrages erläutern
lebensbegleitendes Lernen als Voraussetzung für berufliche und persönliche Entwicklung nutzen und berufsbezogene Fortbildungsmöglichkeiten ermitteln
Aufgaben, Struktur und rechtliche Grundlagen des Gesundheitswesens und seiner Einrichtungen sowie dessen Einordnung in das System sozialer Sicherung in Grundzügen erläutern
Formen der Zusammenarbeit im Gesundheitswesen an Beispielen aus dem Ausbildungsbetrieb erklären
soziale Aufgaben eines medizinischen Dienstleistungsberufes und ethische Anforderungen darstellen
Belastungssituationen im Beruf erkennen und bewältigen
Struktur, Aufgaben und Funktionsbereiche des Ausbildungsbetriebes erläutern
Organisation, Abläufe des Ausbildungsbetriebes mit seinen Aufgaben und Zuständigkeiten darstellen; Zusammenwirken der Funktionsbereiche erklären
Rechtsform des Ausbildungsbetriebes beschreiben
Beziehungen des Ausbildungsbetriebes und seiner Beschäftigten zu Selbstverwaltungseinrichtungen, Wirtschaftsorganisationen, Berufsvertretungen, Gewerkschaften und Verwaltungen darstellen
berufsbezogene Rechtsvorschriften einhalten
Schweigepflicht als Basis einer vertrauensvollen Arzt-Patienten-Beziehung einhalten
Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen der Delegation ärztlicher Leistungen darlegen sowie straf- und haftungsrechtliche Folgen beachten
rechtliche und vertragliche Grundlagen von Behandlungsvereinbarungen bei gesetzlich Versicherten und Privatpatienten beachten und erläutern
mögliche Umweltbelastungen durch den Ausbildungsbetrieb und seinen Beitrag zum Umweltschutz an Beispielen erklären
für den Ausbildungsbetrieb geltende Regelungen des Umweltschutzes anwenden
Möglichkeiten der wirtschaftlichen und umweltschonenden Energie- und Materialverwendung nutzen
Abfälle vermeiden; Stoffe und Materialien einer umweltschonenden Entsorgung zuführen
Gefahren für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz feststellen sowie Maßnahmen zu deren Vermeidung ergreifen
berufsbezogene Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften anwenden
Verhaltensweisen bei Unfällen beschreiben sowie erste Maßnahmen einleiten
Vorschriften des vorbeugenden Brandschutzes anwenden; Verhaltensweisen bei Bränden beschreiben und Maßnahmen zur Brandbekämpfung ergreifen
stressauslösende Situationen erkennen und bewältigen
Hygienestandards einhalten
Arbeitsmittel für Hygienemaßnahmen auswählen und anwenden
Maßnahmen des betrieblichen Hygieneplans durchführen
Geräte, Instrumente und Apparate desinfizieren, reinigen und sterilisieren; Sterilgut handhaben
hygienische und aseptische Bedingungen bei Eingriffen situationsgerecht sicherstellen
kontaminierte Materialien erfassen, situationsbezogen wieder aufbereiten und entsorgen
Hauptsymptome und Krankheitsbilder von bakteriellen Infektionskrankheiten, insbesondere Scharlach, Tetanus, Borreliose, Salmonellose, Pertussis, Diphtherie und Tuberkulose, von viralen Infektionskrankheiten, insbesondere Aids, Masern, Röteln, Windpocken, Gürtelrose, Mumps, Pfeifferschem Drüsenfieber, FSME, Influenza, grippalen Infekten, Hepatitis A, B und C, sowie Infektionskrankheiten durch Hautpilze, insbesondere Soor und Fußpilz, beschreiben; Meldepflicht von Infektionskrankheiten beachten
Infektionsquellen und Infektionswege darstellen, Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionen einleiten und Schutzmaßnahmen durchführen
Vorteile der aktiven Immunisierung begründen
Auswirkungen von Information und Kommunikation auf Betriebsklima, Arbeitsleistung, Betriebsablauf und -erfolg beachten
verbale und nichtverbale Kommunikationsformen einsetzen
Gespräche personenorientiert und situationsgerecht führen
zur Vermeidung von Kommunikationsstörungen beitragen
fremdsprachige Fachbegriffe anwenden
Konflikte erkennen und einschätzen
Möglichkeiten der Konfliktlösung nutzen
Beschwerden entgegennehmen und Lösungsmöglichkeiten anbieten
psychosoziale und somatische Bedingungen des Patienten-Verhaltens berücksichtigen
Besonderheiten von speziellen Patientengruppen, von Risiko-Patienten sowie von Patienten und Patientinnen mit chronischen Krankheitsbildern beachten
Patienten und Patientinnen situationsgerecht empfangen und unter Berücksichtigung ihrer Wünsche und Erwartungen vor, während und nach der Behandlung betreuen
Situation der anrufenden Patienten und Patientinnen einschätzen und Maßnahmen einleiten
Patienten und Patientinnen sowie begleitende Personen über Praxisabläufe bezüglich Diagnostik, Behandlung, Wiederbestellung und Abrechnung informieren und zur Kooperation motivieren
Patienten und Patientinnen über Weiter- und Mitbehandlung informieren
ergänzende Versorgungsangebote darstellen
ärztliche Beratungen und Anweisungen unterstützen
zur Anwendung häuslicher Maßnahmen anleiten
medizinische Leistungsangebote des Betriebes erläutern
bei der Patientenschulung mitwirken
bei Planung, Organisation und Gestaltung von Betriebsabläufen mitwirken und zur Optimierung beitragen
Kooperationsprozesse mit externen Partnern mitgestalten
Hausbesuche und Notdienste organisieren
Maßnahmen bei akuten Störungen und Zwischenfällen ergreifen
Arbeitsschritte systematisch planen, zielgerecht organisieren, rationell gestalten, Ergebnisse kontrollieren
betriebliche Arbeits- und Organisationsmittel auswählen und einsetzen
Bedeutung des Qualitätsmanagements für den Ausbildungsbetrieb an Beispielen erklären
Maßnahmen zur Qualitätssicherung im eigenen Verantwortungsbereich planen, durchführen, kontrollieren, dokumentieren und bewerten
Patientenzufriedenheit ermitteln und fördern
bei Umsetzung von Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung der Betriebs- und Behandlungsorganisation mitwirken und dabei eigene Vorschläge einbringen; Verhältnis von Kosten-Nutzen beachten
zur Sicherung des betriebsinternen Informationsflusses beitragen
Bedeutung des Zeitmanagements für den Ausbildungsbetrieb an Beispielen erklären; eigene Vorschläge zur Verbesserung einbringen
Patiententermine planen, koordinieren und überwachen
Wiederbestellung und externe Behandlungstermine organisieren sowie koordinieren
Termine mit Dritten unter Berücksichtigung vorgeschriebener Prüf- und Überwachungstermine sowie Informationstermine planen und koordinieren
Methoden des Selbst- und Zeitmanagements nutzen, insbesondere bei der zeitlichen Planung und Durchführung von Arbeitsabläufen Prioritäten beachten
Zusammenhänge von Selbst- und Zeitmanagement, Leistungssteigerung und Stress beachten
im Team unter Beachtung von Zuständigkeiten, Entscheidungskompetenzen und eigener Prioritäten kooperieren
Aufgaben im Team planen und bearbeiten; bei der Tagesplanung mitwirken
Teamentwicklung gestalten
Teambesprechungen organisieren und mitgestalten
bei der Entwicklung und Ausgestaltung von Leistungsangeboten des Betriebes mitwirken
bei der Entwicklung und Umsetzung betrieblicher Marketingmaßnahmen zur Förderung der Patientenzufriedenheit mitwirken
beim Aufbau einer Patientenbindung mitwirken
Patientendaten erfassen und verarbeiten
Posteingang und -ausgang bearbeiten
Schriftverkehr durchführen
Vordrucke und Formulare bearbeiten
Bedarf an Waren und Materialien ermitteln, Angebote vergleichen, Bestellungen aufgeben; bei Beschaffung mitwirken
Wareneingang und -ausgang unter Berücksichtigung des Kaufvertragsrechts prüfen
Abrechnungen organisieren, erstellen, prüfen und weiterleiten
Kostenerstattung für Verbrauchsmaterialien für die Patientenbehandlung organisieren
Materialien und Desinfektionsmittel lagern und überwachen
Arzneimittel, Sera, Impfstoffe, Verband- und Hilfsmittel lagern und unter Beachtung rechtlicher Vorschriften überwachen
Zahlungsvorgänge abwickeln, überwachen, kontrollieren und dokumentieren
Leistungen nach Vergütungssystemen erfassen, den Kostenträgern zuordnen und kontrollieren
Abrechnungen unter Berücksichtigung des Sachleistungs- und Kostenerstattungsprinzips organisieren, erstellen, prüfen und weiterleiten
Vorschriften der Sozialgesetzgebung anwenden
Privatliquidation erstellen und dem Patienten erläutern
kaufmännische Mahnverfahren durchführen und gerichtliche Mahnverfahren einleiten
Informations- und Kommunikationssysteme anwenden; Standard- und Branchensoftware einsetzen
Daten eingeben und pflegen
Möglichkeiten des internen und externen elektronischen Datenaustausches nutzen
Informationen beschaffen und nutzen
Informationen unter Berücksichtigung von Rechtsvorschriften und nach betrieblichen Vorgaben erfassen, auswerten, weiterleiten und archivieren
medizinische Dokumentations- und Klassifizierungssysteme anwenden
Patientendokumentation organisieren
Behandlungsunterlagen zusammenstellen, weiterleiten und dokumentieren
Vorschriften und Regelungen zum Datenschutz anwenden
Daten sichern
Datentransfer verschlüsselt durchführen
Dokumente und Behandlungsunterlagen sicher verwahren und die Aufbewahrfristen beachten
gebräuchliche medizinische Fachbezeichnungen und Abkürzungen anwenden und erläutern
Untersuchungen und Behandlungen vorbereiten, insbesondere Patientenbeobachtung durchführen, Vitalwerte bestimmen, Patienten messen und wiegen, Elektrokardiogramm schreiben, Lungenfunktion prüfen; Geräte und Instrumente handhaben, pflegen und warten
bei der Befundaufnahme und diagnostischen Maßnahmen, insbesondere bei Ultraschalluntersuchungen, Punktionen und Katheterisierung, mitwirken und assistieren; Geräte und Instrumente handhaben, pflegen und warten
Befunddokumentation durchführen
Proben für Untersuchungszwecke und Laborauswertungen, insbesondere durch venöse und kapilläre Blutentnahmen sowie Abstriche, gewinnen
Laborarbeiten und Tests, insbesondere Blutzuckerbestimmung, Blutsenkung, Urinstatus, Leukozytenzählung und Tests auf okkultes Blut, durchführen, dokumentieren und durch Qualitätskontrollen sichern; Geräte und Instrumente handhaben, pflegen und warten
Untersuchungsmaterial aufbereiten und versenden
Labordaten und Untersuchungsergebnisse auf ihre Bedeutung für Patienten einstufen und zeitgerecht weiterleiten
bei der ärztlichen Therapie, insbesondere bei Infusionen und Injektionen, assistieren; Materialien, Instrumente, Geräte und Arzneimittel vorbereiten und instrumentieren; Geräte und Instrumente pflegen und warten
bei der medikamentösen Therapie mitwirken; Verlaufsprotokolle erstellen
subkutane und intramuskuläre Injektionen durchführen
Stütz- und Wundverbände anlegen
Wärme-, Kälte- und Reizstromanwendung durchführen
intrakutane Tests durchführen
Inhalationen durchführen
bei chirurgischen Behandlungsmaßnahmen Patienten vorbereiten, steril arbeiten und assistieren; Instrumente und Geräte handhaben, pflegen und warten
septische und aseptische Wunden versorgen; Nahtmaterial entfernen
Arbeitsvorgänge nachbereiten und dokumentieren
über Darreichungsformen und Einnahmemodalitäten informieren; Anweisung des Arztes zur Einnahme unterstützen
erwünschte und unerwünschte Wirkungen von Arzneimittelgruppen, insbesondere von Antibiotika, Schmerzmitteln, Herz- und Kreislaufmedikamenten, Diabetesmedikamenten, Magen- und Darmtherapeutika sowie Arzneimitteln gegen Erkältungskrankheiten, unterscheiden
Voraussetzungen und Vorschriften zur Abgabe und Handhabung verschiedener Arzneimittel, Sera, Impfstoffe beachten; Verordnungen von Arzneimitteln vorbereiten und abgeben
Verordnung für Heil- und Hilfsmittel nach ärztlicher Anweisung vorbereiten und unter Beachtung der Verordnungsvorschriften abgeben
über Ziele von Gesundheitsvorsorge und Früherkennung von Krankheiten im Zusammenhang mit gesundheitlichen Versorgungsstrukturen informieren
Patienten und Patientinnen zu einer gesunden Lebensweise motivieren
Ursachen und Entstehung von Gesundheitsstörungen und die dazugehörigen Präventionsmaßnahmen erläutern
Patienten und Patientinnen zur Inanspruchnahme von Früherkennungsmaßnahmen motivieren
über Möglichkeiten der aktiven und passiven Immunisierung informieren; Impfpass führen; beim Impfmanagement mitwirken
Patienten und Patientinnen zur Inanspruchnahme von Impfmaßnahmen motivieren
Ziele und Möglichkeiten der medizinischen Rehabilitation unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben erläutern; bei Beantragung von Rehabilitationsmaßnahmen mitwirken
über Selbsthilfegruppen und ihre Aufgaben informieren
Maßnahmen zur Vermeidung von Not- und Zwischenfällen ergreifen
Verhaltensregeln bei Notfällen im Ausbildungsbetrieb einhalten
bedrohliche Zustände, insbesondere Schock, Atem- und Herzstillstand, Bewusstlosigkeit, starke Blutungen und Allergien, erkennen und Sofortmaßnahmen veranlassen
Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen
bei Not- und Zwischenfällen assistieren
Notfallausstattung kontrollieren und auffüllen; Geräte handhaben, warten und pflegen